Schnäppchen mit Haken

24. Oktober 2014 | Klaus

Illegal besetzte Wohnungen zum Spottpreis

Die Bank Bankia bietet illegal besetzte Wohnungen zum Spottpreis an

Auf den ersten Blick könnte es sich um wahre Schnäppchen handeln. Die Immobilienabteilung der Bank Bankia bietet auf ihrer Internetseite eine Reihe von Wohnungen in Cartagena und Murcia an, die zwischen 18.000,– und 40.000,– Euro kosten sollen, wie die Zeitung “La Opinón” berichtete.
Die billigste Unterkunft befindet sich in der Hafenstadt, ist 64 Quadratmeter groß und wird für gerade einmal 18.835,– Euro verkauft.
Doch das Angebot hat einen Haken, auf den Bankia auch deutlich hinweist.
Die Billig-Wohnungen sind entweder illegal besetzt oder ersteigert, aber nicht in Besitz genommen worden. Bankia stellte klar, dass der Verkäufer keine Kenntnisse über den Zustand der Immobilie habe und weder für sichtbare noch verborgene Mängel hafte. Sollte die Bank gegen die Wohnungsbesitzer bereits ein Räumungsverfahren eingeleitet haben, sei der Käufer verpflichtet, die Klage zu übernehmen und auf eigene Kosten zu Ende zu führen.
Von den Schnäppchen-Immobilien werden auf der Internetseite keine Fotos gezeigt, mit Ausnahme von wenigen Fassaden der betreffenden Gebäude. Stattdessen ist das Symbolbild eines Häuserblocks mit einem blauen Banner abgebildet. Darauf steht entweder “Immueble Ocupado” (Besetzte Immobilie”) oder “Immueble sin Posesión” (Immobilie ohne Besitzer).
Die meisten der besetzten oder ersteigerten Wohnungen in der Region Murcia befinden sich in Murcia, Cartagena, Torre Pacheco und Molina de Segura. Nach Angaben der Immobilienfirma Haya Real Estate, die von Bankia mit dem Verkauf beauftragt worden ist, handelt es sich bei vielen Hausbesetzern um die vorherigen Eigentümer, die den Hypothekenraten nicht mehr nachkommen konnten, aber trotz Räumungsklage in ihren Wohnungen geblieben sind.
Eine Besetzer-Familie aus Cartagena, in Spanien als so genannte “ocupas” bezeichnet, berichtete gegenüber der Zeitung “La Opinión”, dass sie vor drei Jahren in eine verlassene Wohnung “eingezogen” seien, die zwangsgeräumt werden sollte. Sie hätten Renovierungsarbeiten vorgenommen, wie zum Beispiel das Einbauen von Türen. Sie seien auch bereit, mit Bankia zu verhandeln und die besetzte Unterkunft zu kaufen.

Quelle: Costa Blanca Nachrichten Nr. 1606 vom 26.09.2014

Meinung von KDR-Immobilien Spanien:
Der Käufer einer derartigen Immobilie muss sich darüber im klaren sein, dass der Verkäufer (die Bank) nicht für Mängel haftbar gemacht werden kann. Außerdem ist nicht abzusehen, wie lange die von der Bank eingereichte Klage, die der Käufer übernehmen und weiterführen muss, dauert und welche Kosten nach Abschluss entstanden sind. Die Kosten einer Klage sind nicht unerheblich. Deshalb auch die sehr niedrigen Verkaufspreise. Auf jeden Fall muss sich der Käufer auf ein jahrelang dauerndes Verfahren einstellen, bis er die Immobilie selber in Besitz nehmen kann. Ein weiterer Aspekt ist der Zustand der Immobilie nach Abschluss der Klage.
Meine Meinung: Finger weg.

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Kategorie: Immobilienmarkt
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